Über uns

Seit ihrer Gründung im Jahr 1897 widmet sich die Brüder Grimm-Gesellschaft der Pflege und Vermittlung des Lebens und Werks von Jacob und Wilhelm Grimm.

Mit Sitz in Kassel – der Stadt, in der die Brüder Grimm “die (…) arbeitsamste und vielleicht auch die fruchtbarste Zeit” verbrachten – verbindet die Gesellschaft wissenschaftliche Forschung mit kultureller Bildungsarbeit. Sie fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Museen, Bibliotheken, Schulen und einer breiten Öffentlichkeit.

Heute umfasst unsere Arbeit wissenschaftliche Publikationen, Wanderausstellungen, Vorträge, Tagungen, Bildungsangebote sowie die Betreuung und Erschließung einer umfangreichen Fachbibliothek und verschiedener Sammlungen. Gemeinsam mit Partnern im In- und Ausland setzen wir uns dafür ein, das kulturelle Erbe der Brüder Grimm lebendig zu halten und neue Perspektiven auf ihr Werk zu eröffnen.

Unsere Arbeit

Die Brüder Grimm-Gesellschaft verbindet wissenschaftliche Forschung mit kultureller Vermittlung. Unsere Arbeit umfasst vier zentrale Bereiche:

Publikationen

Der Verlag der Brüder Grimm-Gesellschaft veröffentlicht das Brüder Grimm-Journal sowie wissenschaftliche und allgemeinverständliche Publikationen zu Leben und Werk der Brüder Grimm, zu Ludwig Emil Grimm sowie zu Themen der Kunst-, Kultur- und Literaturgeschichte.

Ausstellungen

Unsere wissenschaftlich konzipierten Wanderausstellungen machen Leben, Werk und Wirkung der Brüder Grimm in Museen, Bibliotheken und Bildungseinrichtungen im In- und Ausland erlebbar.

Bildungsangebote

Mit Vorträgen, Workshops und museumspädagogischen Angeboten vermitteln wir das kulturelle Erbe der Brüder Grimm an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Forschung und Archiv

Unsere Fachbibliothek und Sammlungen stehen Wissenschaft und Öffentlichkeit als wichtige Quellen für die Grimm-Forschung zur Verfügung und unterstützen Forschungsprojekte im In- und Ausland.

Das Brüder Grimm-Zentrum

Im Brüder Grimm-Zentrum in der Kasseler Humboldtstraße 6 befindet sich der Sitz der Brüder Grimm-Gesellschaft. Hier entwickeln wir Wanderausstellungen, arbeiten an neuen Publikationen und betreuen unsere Fachbibliothek sowie unsere Sammlungen.

Perspektivisch möchten wir im Brüder Grimm-Zentrum auch wieder eigene Ausstellungen zeigen. Nach dem Umzug vom Brüder Grimm-Platz arbeiten wir derzeit daran, die räumlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Besuche sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Bitte schreiben Sie uns an grimm.museum@gmail.com oder rufen Sie uns an.

Eigene Ausstellungen im Brüder Grimm-Zentrum

Bis zum Umzug an den heutigen Standort präsentierte die Brüder Grimm-Gesellschaft regelmäßig Sonderausstellungen in ihren eigenen Ausstellungsräumen am Brüder Grimm-Platz. Sie griffen Themen aus der Grimm-Forschung ebenso auf wie internationale Märchen- und Kulturgeschichte.

Eine Auswahl der letzten Ausstellungen:

2022 · Platz für Grimm?!

Eine Ausstellung über Denkmäler, Märchenbrunnen und Parkanlagen mit Bezug zu den Brüdern Grimm sowie zur Geschichte des Brüder Grimm-Platzes in Kassel.

2022 · Ukrainische Märchen und Sagen

Aus Solidarität mit der Ukraine entstand eine Kabinettausstellung zur ukrainischen Märchentradition, ihrer Geschichte und den reichen Beständen ukrainischer Märchenliteratur in den Sammlungen der Brüder Grimm-Gesellschaft.

2021 · Deutsche und japanische Märchentradition im Vergleich

Eine vergleichende Ausstellung zur deutschen und japanischen Märchenüberlieferung mit seltenen Druckwerken, historischen Illustrationen und Dokumenten zur internationalen Rezeption der Brüder Grimm.

Geschichte der Brüder Grimm-Gesellschaft

1897
Gründung der ersten Brüder Grimm-Gesellschaft

1942
Neugründung während des Zweiten Weltkriegs

1945
Neubeginn nach Kriegsende

1959
Mitbegründung des Brüder Grimm-Museums

1979
Beginn der eigenen wissenschaftlichen Schriftenreihe

1991
Gründung des Verlages der Brüder Grimm-Gesellschaft

Heute
Brüder Grimm-Zentrum in der Kasseler Humboldtstraße


Die in Kassel 1897 gegründete erste Grimm-Gesellschaft hat sich in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens um die Sammlung und Dokumentation von Lebenszeugnissen, Manuskripten, Briefen und Erstdrucken der Brüder Grimm gekümmert, jedoch – außer dem ersten Jahresbericht von 1906 – zunächst keine eigene Veröffentlichung vorgelegt. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg betrachtete die 1942 erneut gegründete Brüder Grimm-Gesellschaft ihre Hauptaufgabe darin, eine museale Gedenkstätte einzurichten, die schließlich zusammen mit der Stadt Kassel am 19.12.1959 mit der Gründung des Brüder Grimm-Museums verwirklicht werden konnte. Bis Ende der 70er Jahre brachte die Gesellschaft in unregelmäßiger Folge kleinere Drucke und Faksimiles als Jahresgabe heraus, während die Ergebnisse der Brüder Grimm-Forschung in dieser Zeit in verschiedenen Verlagen in Marburg, Göttingen, Berlin u.a. veröffentlicht wurden.

Erst 1979 gelang Dieter Hennig mit der Begründung der Schriften der Brüder Grimm-Gesellschaft die Schaffung eines eigenen Publikationsforums, in das von Band 3 bis 9 auch das grundlegende von Ludwig Denecke herausgegebene Brüder Grimm-Gedenken sowie einige wichtige Monographien und Editionen Aufnahme fanden. Bis Band 24 (1990) erschienen die Schriften in wechselnder Aufmachung bei verschiedenen Verlagen (Alte Folge), bevor sie mit dem Band 25 (1991) in einheitlicher Ausstattung und Größe mit festem Einband und Schutzumschlag im 1991 begründeten eigenen Verlag der Brüder Grimm-Gesellschaft verlegt werden konnten (Neue Folge). Mit den Quellen zur Brüder Grimm-Forschung wurde 1986 von Egbert Koolman und Werner Moritz eine weitere Reihe gegründet, die inzwischen zusammen mit verschiedenen Einzelpublikationen (wie z.B. dem vierbändigen Ausstellungskatalog 200 Jahre Brüder Grimm oder dem zweibändigen Werkverzeichnis Ludwig Emil Grimm) in urheber- und verlagsrechtlicher Hinsicht (die entsprechenden Rechte wurden vom Marburger Hitzeroth-Verlag bzw. vom Kasseler Verlag Weber & Weidemeyer übernommen) ebenfalls in der Verantwortung der Brüder Grimm-Gesellschaft stehen.

1990 wurde die Publikationstätigkeit der Brüder Grimm-Gesellschaft neu strukturiert und in der Folge kam es zur Gründung eines eigenständiges Verlages, der inzwischen über 100 Publikationen herausbringen konnte.

Neben den oben schon genannten Publikationsforen der Brüder Grimm-Gesellschaft und des Brüder Grimm-Museums Kassel sind hier zu nennen die Große Reihe (bisher 5 Bände) und die Kleine Reihe (bisher 8 Hefte) der Ausstellungen im Brüder Grimm-Museum sowie die seit 1998 erscheinendeKasseler Ausgabe der Werke und Briefwechsel der Brüder Grimm in kritisch-kommentierten Einzelausgaben. Ferner konnten im Kasseler Brüder Grimm-Museum auch Veröffentlichungen in verschiedenen Fremdsprachen (u.a. Englisch, Niederländisch, Französisch, Italienisch, Litauisch, Japanisch) erscheinen.

Vor allem aber mit dem Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft konnte 1991 ein kontinuierlich erscheinendes Periodikum begründet werden, das nicht nur der engeren Brüder Grimm-Forschung Raum gibt, sondern fächer- und länderübergreifend die traditionellen Grimmschen Arbeitsgebiete in einen modernen wissenschaftlichen Diskurs zu stellen sucht. In bisher vierzehn Jahresbänden konnten über 100 Aufsätze und kleinere Beiträge aus 14 Ländern zu den Bereichen der engeren Brüder Grimm-Lebensforschung, der Germanischen Sprach- und Literaturwissenschaft, der Rechts- und Geschichtswissenschaft, der Literarischen Volkskunde und der Religionswissenschaft sowie auch zu Fragen der Romanischen, Slawischen und Keltischen Philologien erscheinen. In verschiedenen Berichten wurden die Entwicklung der Gesellschaft, die Erweiterung der Sammlungen und die weltweite Ausstellungstätigkeit des Brüder Grimm-Museums und (seit 1998) des Brüder Grimm-Hauses Steinau dokumentiert. Eine inzwischen auf fast 2000 Titel angewachsene thematisch aufgegliederte Brüder Grimm-Bibliographie (Berichtszeitraum 1986–1999) unterrichtete regelmäßig über den aktuellen Stand der Forschung.

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