



Am 1. Oktober 2026 um 19 Uhr präsentieren wir das Leben und Wirken des deutschbaltischen Malers Gerhardt v. Reutern (1794–1865) im Alten Rathaus zu Baden-Baden (Alter Ratssaal · Marktplatz 2, 76530 Baden-Baden) und ab dem 2. Oktober 2026 zeigen wir im dortigen Stadtmuseum einen Querschnitt durch sein Schaffen zwischen Livland, Rußland unf Deutschland.
1794 auf dem Gut Rösthof in Livland geboren, schlug Gerhardt v. Reutern zunächst eine Laufbahn beim russischen Militär ein. Nachdem er in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 seinen rechten Arm verloren hatte, wandte er sich – ermutig von Johann Wolfgang v. Goethe – der Malerei mit der linken Hand zu. Über die Schwiegereltern seines Bruders Karl kam Reutern in das hessische Willinghausen und begründete mit Ludwig Emil Grimm die Willinghäuser Malergemeinschaft. Durch seine Bekanntschaft mit dem russischen Dichter Vasilij Žukovskij (1783–1852) wurde Reutern in der Folge zum Maler der Zarenfamilie mit fester Leibrente ernannt. Der Künstler besuchte auch Baden-Baden mehrfach. Hier hielt sich zwischen 1849 und 1852 auch seine Tochter Elisabeth, die mit Žukovskij verheiratet war, mit ihrer Familie auf.
Bernhard Lauer, Geschäftsführer der Brüder Grimm-Gesellschaft in Kassel, hat sich intensiv mit dem Wirken von Reuterns befaßt und die Lebenschronik des Malers aus dem Jahr 1894 kritisch erläutert und mit einer ausführlichen Einführung versehen neu herausgegeben. Die Publikation ist in diesem Jahr unter dem Titel „Gerhardt von Reutern – Ein Lebensbild“ (ISBN 978-3-940614-54-4) erschienen.
Der Vortrag bildet den Auftakt zu einer von der Brüder Grimm-Gesellschaft konzipierten Kabinettausstellung über den Künstler im Stadtmuseum. Vom 2. Oktober 2026 bis 30. Januar 2027 kann das bedeutende Schaffen von Reuterns, dessen Originalbilder sich zum großen Teil in russischen Sammlungen befinden, Dank hochwertiger Reproduktionen in Baden-Baden entdeckt werden.
